04. Januar 2010

Ich war gestern in der Rhön mit meinen Settern zu einer kleinen Drückjagd (6 Schützen auf dem Stand und 2 Durchgehschützen, 1 Treiber, 1 KLM und meine beiden Roten) eingeladen. Das meine Setter nur bedingt laut sind hatte ich vorher ausdrücklich ewähnt – aber es sollte kein Problem sein denn es wurde „gejagt wie vor 50 Jahren“ .. so sagte man mir.Ich weiß dass es sehr kritisch betrachtet wird mit Vorstehhunden überhaupt auf Drückjagden zu jagen und ich war auch sehr kritisch ob ich mit meinen Settern überhaupt das bringen kann was erwartet wurde.

Bald sollte ich wissen warum genau diese Kombination für diese Jagd dort ideal war: es handelte sich um zerstreute Waldstückchen (tlw. bewaldete Hänge) die nacheinander umstellt und duchgetrieben wurden. Erwartet wurden Sauen, Füchse und Rehwild – Hasen waren dabei aber schon zu. Ich hatte meine Roten mit Signalweste und Glöckchenhalsbändern ausgestattet. Das mit den Glocken kannte man dort nicht – hinterher waren die Jäger begesitert davon, zumal man die Hunde sehr gut orten konnte. Keiner der eingesetzten Hunde war übrigens spurlaut – sondern sicht- bzw. standlaut und das reichte.

Die Hunde jagten stets bogenrein und blieben stets im Treiben – und genau das war gefordert! Es waren übrigens spurlaute Hunde vorhanden (Bracken o.ä.) aber die setzten man extra nicht ein weil diese wohl „gleich hinterm 1. Stück veschwunden und für den Rest der Jagd nicht mehr verfügbar waren“. Die Hunde suchten sehr fleißig die Flächen ab, hetzten das Wild nur kurz an (das war ebenfalls ein entscheidender Knackpunkt), so dass das Wild zwar anfangs zum „Flugwild“ wurde .. bald aber wieder ruhig in die Einstände zurückwechseln konnte.

Mein Jagdkollege konnte eine Sau (50kg Keiler) schießen. Der Keiler wurde trotz Kopfschuss allerdings wieder lebendig und begann den Teiber anzugehen – die Hunde kamen dazu und bewegten den Keiler ein paar Meter den Hang herunter und begannen den Keiler zu stellen (meine Roten beide standlaut – der KLM natürlich auch). Der Münsterländerrüde .. der mehr Erfahrung an Sauen hatte – ging dem kranken Keiler an die Drossel. Es war anfangs nicht einfach den Hund vom Stück abzurufen um nochmal einen Fangschuss anzubringen, aber es gelang. Nachdem der Fangschuss angetragen war fingen auch die Roten an dem Keiler an zu zerren.

Das Treiben ging weiter und schließlich kamen wir in die Nähe eines Schützen der einen Fuchs beschossen hatte – ich traute meinen Augen nicht als Chili apportierend mit dem – sorry für das unwaidmännische Beschreiben – wunderschönen Winterfuchs ankam (7kg wie wir später nachgewogen haben) und das obwohl wir den Fuchsapport so direkt noch nie geübt haben (nur Apportiersack und als Welpe mit einem Jungfuchs) Was war ich stolz! Ein Reh und ein weiterer Fuchs wurden leider ohne Treffer beschossen (das wurde kontrolliert) – ein Fuchs lag dann ebenfalls auf der Strecke.

Das Wetter war übrigens bilderbuchmäßig: strahlende Sonne, Schnee, blauer Himmel. Nach dem 3. Treiben haben wir in gemütlicher Runde und bei Kasseler mit Kartoffelbrei und Sauerkraut  noch Jagdgeschichten ausgetauscht ..