06. April 2009

Letztes Wochenende fanden ganz in unserer Nähe die Field Trial Prüfungen des English Setter Clubs statt. Am Samstag hatte ich Chili und Milan jeweils im Field Trial solo gemeldet. Insgesamt waren an diesem Tag 30 Hunde für Internationales Derby & Field Trial, solo & couple gemeldet. Am Morgen war das Wetter richtig angenehm für die Hunde & Hundeführer: ein bisschen neblig, guter Wind und angenehm kühle Temperaturen. ABER da meine Hunde ganz am Ende der Liste standen, hatten sie das Pech, als einzigste unserer Gruppe erst nach dem Mittagsgrillen aufgerufen zu werden.

fieldtrial 1

So startete Chili in ihrer Art ziemlich unwirsch – endlich war sie ja auch mal dran. Ihre Suche war sehr gut, weit, rasant, in den Wind wendend und mit hoher Nase – auf die Suche einwirken wollte ich lieber nicht – sie hätte sich eh nicht gern reinreden lassen von mir. Dann bekam sie Wind in die Nase und stand schließlich einem Rebhuhn vor .. und stand .. und stand .. und stand .. ich rannte zu ihr um sie „zu bedienen“ (wie man so bei den Field Trialern sagt) .. möglichst schnell, aber nicht zu schnell um sie nicht voran zu pushen .. als ich endlich da war, sah ich wie nah (wenige Zentimeter) das Huhn vor ihrer Nase war und wollte sie nun dazu bewegen, das Huhn hochzumachen. Aber das dumme, dumme Huhn muss geschlafen haben oder war krank, es bewegte sich nicht und Chili griff schließlich beherzt zu und setzte sich mit dem noch lebenden Huhn im Maul freudestrahlend und stolz vor mich damit hin. „Sehr gute Suche, sehr guter JAGDhund, aber leider durchgefallen!“ meinten die Richter.

fieldtrial 2

Nun war Milan an der Reihe. Das lange frustrierende Warten und das mittlerweile heiße Wetter hatten ihm eindeutig nicht gut getan. Seine Suche war ungewohnt lustlos und scheinbar auch unkonzentriert – ich war eindeutig Besseres von ihm gewohnt. Trotzdem konnte auch er einen Punkt an Rebhühnern machen und ihn mit mir realisieren – sprich: Hund steht vor, Führer geht zum Hund, beide machen Huhn hoch, wenn das Huhn fliegt gibt der Hundeführer einen Schuss ab (auf dieser Prüfung wurde mit Platzpatronen-Revolver geschossen) und Hund muss an Ort und Stelle bleiben. Die Suche war immer noch in einem guten Bereich, so dass Milan sich mit einem gut und 10 Punkten platzieren konnte. Von den 30 Hunden die an diesem Tag gestartet waren, konnten sich nur insgesamt 6 überhaupt platzieren – die Höchstbewertung lag bei einem sehr gut und 15 Punkten.

fieldtrial 3

Am Sonntag durfte Milan im Field Trial couple gleich im ersten Paar starten – und das war wettertechnisch auch gut so. Seine Suche war das ganze Gegenteil vom Vortag: schnell, weit, rasant, in den Wind wendend und mit hoher Kopfhaltung – er wollte finden und das möglichst vor seinem Partner. Sein Partner hatte jedoch das Glück zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle zu sein und stand schließlich als erster Rebhühnern vor. Da Milan ihn nicht sekundieren wollte, war es das mit der Prüfung – nicht platziert, kein Wiederaufruf. Trotzdem war ich stolz auf Milan – von einem Italiener, der ES aus Leistungszucht (viele Arbeitschampions) führt wurde Milan für seine Suche gelobt und auch andere Zuschauer waren beeindruckt.

fieldtrial 4

Für Chili’s Aufruf im Field Trial solo musste ich die Gruppe wechseln, weshalb sie wieder spät am Nachmittag dran kam. Es war sehr heiß und stickig, kaum Wind und in der Senke, wo sie suchen sollte, staute sich die dicke heiße Luft. Sie begann ihre Suche wie gewohnt weit, rasant, im guten Stil – Zuschauer und Prüfer waren beeindruckt. Auf dem Feld zählte ich schließlich 7 – 9 Hasen von denen ich sie entweder abrufen musste oder die sie von sich quittierte. Überall wimmelte & roch es nach Hase. Im Endeffekt waren aber das Wetter, die vielen Hasen und dann noch die Autos & Muddies mit Kinderwagen, die auf dem Feldweg durch unsere Suchenfläche prommenierten und wo ich sie dauernd weglenken musste zuviel .. sie hat das Paar Rebhühner überlaufen und ich hab's rausgetreten – damit konnte sich Chili wieder nicht platzieren. Immerhin wurde ihre Suche bei der Preisverleihung lobend erwähnt .. von wegen Suche „fast im English Setter Stil“.. oder so. Ja ich bin stolz auf meine ja noch junge Kröte, obwohl wir uns nicht platzieren konnten. Auch an diesem Tag konnten sich nur 4 von 20 gemeldeten Hunden platzieren.

Am Ende meinte ein Richter noch zu mir: „Sie haben wirklich gute Hunde, die aber noch etwas Übung gebrauchen könnten.“ .. recht hat er .. aber wir arbeiten ja jetzt dran .. Das Schöne an den Field Trials vom ESCD ist, dass alles sehr sportlich & freundschaftlich verläuft. Man kann ohne Neid den anderen Hunden zuschauen und ihre Arbeit & Leistung neidlos würdigen. Es ist überhaupt kein Beinbruch wenn man sich nicht platziert – das passiert auch erfahrenen Hundeführern und Hunden. Man lächelt drüber klopft sich auf die Schulter und wünscht sich viel Glück für’s nächste Mal – denn vom Glück hängt bei diesen Prüfungen sehr vieles ab.