20. April 2008

Am Sonntag starteten wir mit Spannung zur Jugendsuche des Pointer und Setter Vereines. Es war der letzte von insgesamt 3 Prüfungstagen, welcher in den Revieren um Uichteritz / Lobitzsch stattfand und von den Richtern gerichtet wurde. Insgesamt starteten 13 Hunde verteilt auf 2 Gruppen und es wurde jeweils Jugendsuche und Einzelsuche gerichtet. In unserer Gruppe starteten 4 Hunde (4 IRS) zur Jugendsuche und 2 Hunde zur Einzelsuche (1 IRS und 1 ES). Bevor sich die Gruppen in die Reviere begaben, fanden sich alle Richter, Leiter und Hundeführer mit ihren Hunden zur Begrüßung & Einweisung zusammen. Standesgemäß wurde mit dem Jagdhorn der Beginn für die Prüfung verblasen.

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Das Wetter war trüb & kalt und der Wind ging mäßig. Zuerst startete der ES für die Einzelsuche. Die Richter, Hundeführer und Hund waren dann für 1,5 Stunden verschwunden, während die anderen Hundeführer & Hunde auf deren Rückkehr und ihren Einsatz warteten. Wir unterhielten uns angeregt, tauschten aus, ließen die Hunde sich bekannt machen um das Warten in der Kälte etwas zu vereinfachen. Unter den Hundeführern herrschte aber eine nette, lockere & angenehme Atmosphäre.

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Nach 1,5 Stunden kamen die Richter mit der Hundeführerin und dem ES natürlich geschafft zurück. Der Hund war wohl an Wild und auch zum vorstehen gekommen, jedoch ergab sich wohl keine Möglichkeit zu dem, für das Bestehen der Einzelsuche geforderten, Schuss. Nun sollten aber erst einmal die Youngsters ihr Können bei der Jugendsuche zeigen.

Wir waren mit Chili als erstes dran. Chili suchte auf den weiträumigen Feldern sehr weit und ausgiebig im hohen Tempo und immer mit gewissenhaftem Naseneinsatz um jeden Windhauch nach Wildwitterung zu prüfen. Das Gelände war weitflächig, aber leicht hügelig und Chili wendete jeweils ohne mein Kommando wenn sie gerade kurz außer Sicht kam oder gekommen war .. sprich: sie ging sehr weite Schleifen, arbeitete aber trotzdem mit dem geforderten Führerkontakt. Den Wind wusste sie zu nutzen: wendete immer in den Wind. Bei Flintenschussabgabe verhielt sie sich korrekt: weder schussempfindlich oder scheu .. alles bestens. Ihre Suche war sehr stetig, und für ihr Alter (sie war die Jüngste mit 9 Monaten) sehr gewissenhaft, trotzdem weit & von Anfang an spritzig und schnell. Ich brauchte sie kaum zu unterstützen und pfeifen brauchte ich nur um sie dann auf Kommando der Richter wieder anzuleinen. Leider kam sie nicht an Wild um ihr Vorstehen zu zeigen.

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Der nächste Hund suchte anfangs etwas verhalten, tlw. im Trab. Dann bekam er Witterung in die Nase (Hasenspur?) und suchte plötzlich sehr weit entkoppelt von der Führerin, nach einer gewissen Zeit koppelte er sich seiner Führerin allerdings wieder an - so zumindest wirkte es aus der Ferne beobachtet.

Der nächste Hund wirkte sehr unerfahren im Feld und konnte wegen mangelhafter Suche (nicht weit genug) nicht bestehen. Auch dem letzten Jugendsuchengespann fehlte ein wenig die Erfahrung – der Hund suchte zwar weit, machte wohl aber mehr sein eigenes Ding. Bei diesem letzten Suchengang ging wohl ein Fasan hoch – der aber leider nicht fürs Vorstehen genutzt werden konnte.

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Nachdem die Youngsters alle ihren ersten Gang, jedoch ohne das Vorstehen unter Beweis stellen zu können, absolviert hatten, wechselte die gesamte Korona den Standort. Dort war das Gelände unübersichtlicher & buschiger und wohl eher für das Buschieren geeignet. Chili sollt dort ihr Vorstehkönnen unter Bewies stellen. Und hier begann unser Dilemma, denn bis dato lagen ihre Zensuren für die Suche, Gehorsam, Führigkeit und Arbeitsfreude alle im sehr gutem Bereich. Chili schoss erst einmal los und ich konnte sie im schlecht einsehbaren Gelände nicht mehr sehen. Dann riefen die Richter: „Bitte pfeifen sie ihren Hund heran“. So pfiff ich einmal und dann noch ein 2. Mal. Im Nachhinein erzählte mir der Richter, dass ich Chili – ich konnte ja leider nix sehen – wohl gerade dann zurück gepfiffen habe, als sie begann Witterung aufzunehmen. Natürlich kam sie gehorsamer Weise zu mir gerannt ohne die Witterung weiter zu verfolgen. Dann sollte sie weiter suchen, kam schließlich an einen Busch und stand vor. Zeitgleich riefen die Richter: „Schnell, schnell – leinen Sie Ihren Hund an!!“ dann stürzte ich in Richtung Chili, während sie dazu überging den Fasan im Gebüsch näher zu untersuchen .. es war alles sehr hektisch .. aber unser 2. und letzter Gang war damit nach nur paar Minuten beendet.

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Auch die anderen Youngsters – bis auf den einen mit der mangelhaften Suche – konnten ihre Chance dort zum Vorstehen nutzen. Die Einzelsuchenhunde waren dort in diesem Gelände schließlich länger und etwas weiträumiger unterwegs und konnten wohl Fasane und Enten (?) finden. Wir hörten die Schüsse von Ferne – beide ES-Hunde bestanden die Prüfung.

Nachdem in der lockeren Runde zwischen Richtern & Hundeführern noch ein kleiner Schierker Feuerstein verteilt und auf den Tag getrunken wurde, untersuchten die Richter noch Zähne & Rute & TätoNr. usw. der Jugendsuchenhunde. Danach wurde das Ergebnis bekannt gegeben: Chili bestand die Jugendsuche mit 67 und damit im sehr guten Bereich (für das Vorstehen bekam sie nur 7 Punkte – sonst alles 10), der 2. Hund bekam 69 Punkte, ein Hund fiel leider durch und ein Hund konnte mit 58 Punkten die Jugendsuche bestehen. Die Einzelsuchen kamen beide in einen hervorragenden Bewertungsbereich.
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Hier der Richterbericht:

"Kleine, gut bemuskelte Irin, die eine superschnelle aber gut angelegte Suche zeigt. Sie ist bereits recht führig und mit kleinen Abstrichen im bedeckten Gelände auch gehorsam. Arbeitsfreude und Finderwille ist „Lohmann’s typisch“ sehr gut. Sie kommt zum Vorstehen am Fasan, der ihr schon auf weite Entfernung in der Nase steht. Leider rückt sie sehr weit auf und kann kein ausdrucksstarkes Vor- und vor allem kein Durchstehen zustande bringen. Nachziehen ist fraglich ebenso die Art des Jagens. Schussfest."

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