15. Dezember 2006

Heute durften wir auf Entenjagd und haben viel erlebt.

ej 1Ich muss erwähnen, dass hier bei uns die Entenjagdmöglichkeiten nicht so üppig, wenn sogar spärlich und einfach sind. Da wir uns ganz auf die Hunde konzentrieren wollten und für mich auch keine Flinte mehr übrig war, blieben wir etwas entfernt, außerhalb des Sichtfeldes an den Autos zurück. Es fielen die ersten Schüsse, die Enten striffen über uns ab und eine getroffene davon fiel direkt vor uns (ca. 10m entfernt übern Graben) herunter. Da ich wissen wollte ob unsere ganze Entenapportiererei mit Feli was gebracht hatte (sie hat ja da ihre Probleme) und verhindern wollte dass die geflügelte Ente das Flüchten kriegt, schickte ich Feli zum Apport los. Und genau DAS war mein Fehler!!! Ich könnte mir jetzt noch mit ‘ner Zeitung auf den Kopf hauen! Feli lief zwar zur Ente hin, aber sie nahm sie nicht – schnüffelte nur daran rum. Also wollte ich Feli ranrufen und bat meinen Mann den Sancho zu schicken. In diesem Moment vielen noch mal Schüsse und meine Hunde verschwanden in Richtung Teich – selbst das Trillern nützte nix. Ich hätte mich samt meiner Hunde an Ort und Stelle .. na ihr wisst schon .. Feli lief wohl aufgeregt UM den Teich – aber nicht hinein. Sancho hatte schon die 1. Ente im Visier und holte sie aus dem Wasser. Mann, war mir das peinlich!!!!

Wir sammelten dann geknickt unsere Hunde wieder ein und liefen zurück zu den Autos. Per Entenlocker wollten die Jäger noch ein paar Enten locken. Dies war der miese Teil der Jagd. Ich machte mir Gedanken: wenn Feli an Land schon nicht die Enten holt, wie soll das dann erst bei der Wasserarbeit aussehen?? Ist sie im Apport noch nicht richtig durch? Fehlt es ihr an Wildschärfe? Außerdem haben unsere Hunde uns alles andere als Gehorsam gezeigt – es klaffte ein riesiges Loch vor meinen Augen. Die Schuld suche ich bei mir.

Die Schützen bekamen schließlich noch ein paar Enten – insgesamt waren es dann 8 Stück. Es wurde Dunkel und die Temperaturen sanken unter Null Grad. Der Teich bekam eine leichte Eisschicht. Nun wurden die Hunde „offiziell“ zum Apport geschickt. Ich wollte mit Feli arbeiten – mein Mann schickte den Sancho. Nun sollte sich zeigen woran ich nun an Feli bin. Ich schickte sie ins eiskalte Wasser – das anzunehmen fiel meiner „Prinzessin“ nicht leicht. Sie schwamm los .. und .. an der 1. Ente vorbei .. auf die 2. Ente dahinter zu (der Wind stand für die 2. Ente besser) .. da es Dunkel war konnte ich nichts machen – musste mich ganz auf Feli verlassen .. und tatsächlich: da kam sie mit der Ente im Fang, kämpfte sich das etwas steile Ufer hoch und brachte!!!! Ich war so stolz! Nun schickte ich sie auf die 1. Ente .. ob sich der Erfolg noch mal wiederholen ließ? Tatsächlich! Sie brachte auch die andere Ente sauber! Weiter hinten am Teich waren noch 2 weiter Enten die geholt werden mussten – was ich nicht sah war dass dort bereits ein dünne Eisschicht vorhanden war. Feli war dort nicht mehr ins Wasser zu bewegen. Auch die andere Hündin wollte dort nicht rein.

Nun konnte ich mich auf Sancho verlassen. Er hatte bereits 2 schwierige Enten aus dem Wasser geholt. Diese letzte Ente war nun schon von einer hauchdünnen Eisdecke umfroren – der Teich lag im Stockdunkeln. Ich schickte Sancho an einer Stelle hinein (dort wo die „Mädels“ aufgegeben hatten) er nahm das überfrorene Wasser an und versuchte sich durch das Eis zu kämpfen – probierte es immer wieder und schaffte es nicht durchzukommen. So kam er zurück zum Ufer und lief um den Teich um es an anderer Stelle zu versuchen. Echt wahnsinn dieser Hund!!! Er kämpfte sich Meter für Meter vor bis zur Ente und schaffte es sie zu holen! Damit nicht genug. Die Schützen vermuteten in der Mitte des Teiches auf einer Mini-Insel dort noch eine geflügelte Ente. Wir schickten Sancho voran zur Suche. Er hatte jetzt auch von diesem Ufer Mühe durchs Eis zu kommen – der Rand war jetzt mit einer leichten Eisschicht überzogen. Aber er kämpfte sich durch bis zur Insel und suchte dort. Wir hörten nur sein leises Schnaufen das über dem Wasser hallte. Er suchte dort, schwamm bis zum gegenüberliegenden Ufer, suchte dort das Schilf ab .. Mittlerweile hatte sich geklärt, dass wohl doch alle Enten schon da waren. Es war nun gar nicht so leicht Sancho von „seiner Arbeit“ abzurufen – ihm zu erklären dass alles schon gefunden wurde.

Nun wollte ich aber noch mal Feli schicken – denn mit einer Verweigerung des Wassers wollte ich die Sache nicht enden lassen. Ich warf eine Ente noch mal nah am Ufer ins Wasser und schickte sie zum Apport – sie ging ins Wasser und zögerte aufgrund des Eises. Ich forderte sie noch mal auf und dann fasste sie sich allen Mut und holte die Ente. Ente gut – alles gut! Glücklich und zitternd standen unser Hunde nun bei uns. Wir ließen dann die Hunde zum Erwärmen noch vor dem Auto herlaufen – damit sie nicht zu kalt wurden. Schließlich trafen wir uns dann bei einem Jäger zum Rupfen und Aufteilen der „Beute“ – ist ein tolles Gefühl seinen wohlverdienten Weihnachtsbraten nach Hause tragen zu dürfen. Nun schlafen meine Hunde zufrieden auf ihren Decken. Ob sie jetzt jiffelnd & wuffelnd von den Enten träumen?